andere Ramser-Regeln


Ramset-Jass
(auch Ramser genannt)

worum geht es:
es wird um essen- und trinkwaren gespielt, die beim wirt gekauft werden können. die spieler kaufen zum beispiel ein stück fleisch und teilen die kaufsumme durch die anzahl spieler. der betrag wird vor dem spiel bezahlt.

das spielverteilen:
es wird mit 32 karten gespielt, ohne die sechser. bei 5 und weniger spielern gibt es einen 'blinden'. bei 6 spielern fällt der 'blinde' weg. der schreiber verteilt zum ersten spiel. jeder spieler erhält 5 karten; 2 und 3 oder 3 und 2 karten. der 'blinde' wird verteilt, bevor sich der spielgeber selbst karten gibt. mit 5 oder 6 spielern verbleiben im stock 2 karten. bei spielvergeben kommt der nächstfolgende spieler ans verteilen

die bewertung:
der höchste trumpf ist das as, dann folgt der 'bälli' (schellen-siebner bei den deutschschweizerischen karten, eckensiebner bei den französischen karten; bei jeder trumpffarbe die zweithöchste stechkarte), dann könig, ober (dame), under, (puur), banner (zehner), neuner, achter, siebner.

der spielablauf:
die oberste karte vom stock wird gekehrt und zeigt die trumpffarbe. sofern der spielgeber am spiel teilnimmt, raubt er diese trumpfkarteund legt irgendeine seiner karten verdeckt ab. kehrt der spielgeber den 'bälli', kehrt er noch die nächstfolgende karte. er kann beide kartenrauben, wofür er zwei eigene karten verdeckt ablegt. der 'blinde' kann vom nächstfolgenden spieler des spielgeber oder wenn darauf verzichtet wird, vom folgenden spieler usw. als ersatz genommen werden. nimmt der spielgeber den 'blinden', kann er den trumpf vom stock nicht rauben.

wer den 'blinden' nimmt, muss mitspielen. vor dem spiel wird festgelegt, wer mitspielt. das mitspielen ist nicht obligatorisch. sobald ausgespielt ist, darf der spielgeber die karte oder karten vom stock nicht mehr rauben. nach spielbeginn dürfen die abgelegten karten nicht mehr nachgesehen werden. grundregel des spiels: leih oder trumpf. solange leih (also karte von der der ausgespielten farbe) gehalten werden kann, darf nicht mit trumpf gestochen und nur untertrumpft werden, wenn nicht überstochen werden kann. hat vorhand das trumpfas, muss er mit dieser karte beginnen.
die schreibweise:
nach jedem spiel werden die stiche gezählt. jedem spieler wird für jeden stich ein strich notiert. wer mitspielt und keinen stich macht, erhält einen nuller. die nuller müssen zusätzlich nach 21 stichen abverdient werden. für die streichung eines nullers wird ein zusätzlicher strich benötigt. wer zuerst in der reihenfolgen der erzielten striche 21 striche und die nuller abverdient hat, gewinnt die gekaufte ware. ein bedanken fällt somit dahin.

der zusätzliche einsatz:
es kann vereinbart werden, ob für die begleichung der konsumation oder für einen eventuellen kauf von ware für den schlussgang der null 5 oder 10 rappen einträgt; ob bei grösseren waren auf 31 striche gespielt werden soll und ob beim spiel um 2 preise der erste gewinner mitspielt.

für jede runde:
für jede runde (21 striche) werden die gruppen neu ausgelost. jede spielergruppe (2 bis 6 jasser) macht den gekauften preis unter sich aus.der ramset ist in vielen landesgegenden als neujahrs-jass bekannt.

Ramser Regeln (Langnau i.E.)

Zutaten:
• Genügend Getränke
• Viele saftige Würste
• Ein Jass mit Zubehör
• Ein Glas (Schelle)
• Vier oder fünf gutgelaunte Tabler mit je mindestens einer Rolle „Füfzgi“

Regeln:
• bei fünf Spielern wird ein Sechser entfernt – es verbleiben 35 Karten im Spiel und vier Würste werden bereitgestellt.
• bei vier Spielern werden alle Sechser entfernt – es verbleiben 32 Karten im Spiel und drei Würste werden bereitgestellt.
• JEDER SPIELT FÜR SICH
• Abheben ist verboten: wer es trotzdem tut, muss SCHELLEN („Füfzgi“ ins Glas).
• Jeder bekommt fünf Karten, zusätzlich wird ein „Blind“ verteilt (3 + 2 verteilen), die restlichen Karten bilden den Stock. Die oberste Karte wird Trumpf.
• Der Trumpf kann immer vom Spielerverteiler ausgetauscht werden.
• Ist die erste aufgedeckte Karte das „BÄLLI“ (Ecke 7), so wird die zweite Karte zum Trumpf geschlagen und der Spielverteiler kann zwei Karten.
• Der „Blind“ kann ausgetauscht werden (Priorität entsprechend der Spielreihenfolge).

• Die Reihenfolge des Trumpfes: Ass, „BÄLLI“, König, Dame, Bauer, Zehner etc.
• Jeder Mitspieler entscheidet selber, ob er beim Spiel einsteigt.
• Wer mitspielt, aber keinen Stich macht, muss SCHELLEN.
• Wer nicht Leihalten kann, muss stechen.
• Beim zweiten Zug immer mit Trumpf anziehen (sofern man hat…).
• Die Anzahl Stiche wird gutgeschrieben, d.h. pro Stich ein Strich.
• Wer zuerst 17 Striche erreicht hat, kann die eine Wurst auswählen, seine Striche löschen und weiterspielen.
• Wenn alle Würste verteilt sind, dann kann eine neue Runde vorbereitet werden (alle Striche löschen, Spiel und Würste vorbereiten, spielen….).
• Fragen werden gerne zum Einheitstarif vom „Füfzgi“ von den Kollegen beantwortet.
• Die erste Wurst des Abends wird selbstverständlich aufgeschnitten.
• Im Morgengrauen beginnt man, falls möglich, mit der Abrechnung. Den Gesamtbetrag der verspielten Würste ermitteln, die SCHELLEN subtrahieren und den Rest durch die Anzahl Mitspieler teilen.

Viel Spass und guet Stich

Quelle: Round Table 33 Langnau 04.12.2004/flm

Beim Ramserjass gehts um die Wurscht

Neben den Jassteppichen liegen jetzt in Landbeizen Würste auf den Tischen – der Siegespreis des Ramsens. Bei diesem Jass zählen nicht Punkte, sondern Stiche. Gestichelt wird auch sonst: Sprüche gehören dazu, wie ein Besuch im Rössli bei Riggisberg zeigt.

Die Regeln
Trumpf ohne Bauer.
Ramsen ist ein besonderer Jass mit französischen Karten. Gespielt wird ohne die 6. Jeder Mitspieler erhält fünf Karten. Die oberste des Blindpakets bestimmt den Trumpf. Es gelten die «Obenabe»-Regeln, auch beim Trumpf (kein Bauer, kein Nell). Der zweithöchste Trumpf ist immer die Ecke 7, das Bälli. Man kann es zu einem beliebigen Zeitpunkt ausspielen. Wer schlechte Karten erhält, kann mit dem Blindpaket jassen oder die Runde aussetzen.
Der Ausspieler muss mit dem Trumpf-Ass beginnen, sofern er es besitzt. Bei der zweiten Stichrunde muss man – soweit möglich – mit Trumpf beginnen. Leihhalten ist Vorschrift, wer es nicht kann, muss trumpfen, sofern er Trumpfkarten hat.
Gezählt wird nur die Anzahl der Stiche. Wer zuerst 21 Stiche erreicht, erhält eine Wurst, der zweite mit 21 Stichen ebenfalls eine. Die Würste kaufen die Mitspieler gemeinsam.
Wer in einem Durchgang keinen Stich macht oder versehentlich abhebt, bezahlt eine kleine Busse. Am Schluss können die Spieler das Bussengeld verteilen oder damit das Getränk bezahlen.
Vier Jasser sitzen um den Tisch. «Hesch ke Trumpf?», neckt Hans Bettler. «Wenn du mir ein solch schlechtes Spiel gibst!», antwortet Samuel Rentsch mit gespielter Entrüstung. Zu den Karten fliegen auch Worte, die vier Rentner sticheln, parieren, scherzen. Denn beim Ramset geht es nicht todernst zu. «Es hat gar nicht so viel mit Jassen zu tun», meint Fritz Däppen. «99,9 Prozent ist Glück.»
Im Restaurant Rössli im Weiler Hasli hoch über Riggisberg ist es warm. Gejasst wird an mehreren Tischen, doch an diesem Nachmittag stehen nur bei zwei Runden Würste neben dem Jassteppich. Dort ist Ramsen angesagt. Wer am schnellsten 21 Stiche schreiben kann, hat eine Wurst zugut. Punkte werden nicht gezählt, und auch sonst gelten beim Ramsen einige spezielle Regeln (siehe Kasten). «I ha de no ds Bälli», sagt Hans Bettler mahnend und heimst den letzten Stich des Durchgangs ein. Denn die Ecke 7 heisst Bälli und ist immer die zweithöchste Trumpfkarte.
Von weit her zum Ramsen
«Am Sonntag hatten wir viele Ramser hier», sagt Peter Marti, Wirt und Besitzer des Rössli. Auch abends füllen sich in der Altjahrswoche Gaststube und Nebenräume. «Es kommen Gäste aus der ganzen Region, von Belp bis Wattenwil.

Sogar eine Gruppe von Biel war schon da.» Kein Wunder, denn Ramsen ist im Berner Mittelland nicht so stark verbreitet wie etwa im Emmental und im Oberaargau, wo der Altjahrsjass in den Beizen vieler Dörfer gespielt wird.
Zwei Frauen und ein Mann sitzen an einem andern Tisch und sind ebenfalls am Ramsen. «Seit mein Mann gestorben ist, bin ich allein. Da muss ich etwas unternehmen», erzählt Klara Häuselmann. Die 88-Jährige ist als Wirtstochter im Rössli aufgewachsen und jasst wahrend des Jahres in der Witwenorganisation von Riggisberg. «Leider habe ich nun keine Wurst herausgejasst», bedauert sie. «Wir laden dich dann ein, wenn wir unsere Würste essen», verspricht das Ehepaar, das mitgespielt hat.
Bei den vier Pensionierten fallen weiterhin Sprüche. «Du weisst wieder nicht, wie hoch du stechen willst», tönt es aus der einen Ecke. «Da hast du ein schönes Spiel in der Hand und machst trotzdem nichts», klagt ein anderer. «Ich gebe nochmals Trumpf», ruft Jakob Lüthi. «Und noch einmal.» Fritz Däppen freut sich für einmal, dass er bei dieser Runde ausgesetzt hat. Auf der Jasstafel reihen sich die Striche wie lange Gartenzäune aneinander. Dreizehn Würste hat der Wirt bereits auf den Tisch gelegt. «Keine Angst, die gehen schon weg», sagt Samuel Rentsch schmunzelnd.
Über 400 Würste
Die Würste – es sind Dauerwürste aus Schweins- und Rindfleisch – bezieht der Rössli-Wirt vom Metzger. Doch den Endgeschmack erhalten sie in einem kleinen Speicher neben dem Restaurant. Dort räuchert Peter Marti die Würste noch mindestens einen Monat. Im Erdgeschoss steigt feiner Rauch aus dem glimmenden Sägemehl, unter dem Dach der geschwärzten Räume hängen über 200 Würste. «Etwa gleich viele haben wir im Haus. Den grössten Teil verkaufen wir fürs Ramsen.»
Fritz Däppen legt eines der Zehnrappenstücke, die neben ihm auf dem Tisch liegen, auf ein Häufchen. Denn wer keinen Stich macht, muss bezahlen. So auch, wenn er abhebt, weil ihm der Mitspieler die gemischten Karten listig hingelegt hat. Abheben ist beim Ramsen verboten. Das gesammelte Kleingeld verteilen die vier am Schluss gleichmässig unter sich auf.
Als Dessert eine Wurst essen
«Seid ihr dabei?», fragt Jakob Lüthi seine Gegenspieler, nachdem er seine fünf Karten durchgesehen hat. «Ich möchte schon helfen», stöhnt Samuel Rentsch. «Aber die geben einem ja Karten, damit könnte man ein ganzes Heimetli verspielen.» Die Sprüche lockern die Jassatmosphäre im Rössli auf. «Ramsen darf man nicht so ernst nehmen, jeden-falls nicht bei uns», erklärt Hans Bettler.
Und was tun die vier Männer, wenn sie ihr Spiel beendet haben? «Dann essen wir noch eine Wurst oder zwei, bevor wir heimgehen.»

Von Herbert Rentsch. Aktualisiert am 29.12.2010

Wurscht & Regeln

Dienstreglement Spielregeln Ramset / Ramser

Suchen nach